Evangelisch-Lutherische
Trinitatis-Kirchgemeinde
Döbelner Region
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Das Logo fasst zusammen, was wir als Kirchgemeinde wollen: Miteinander wachsen, leben, handeln. Als christliche Gemeinde versammeln wir uns unter dem Kreuz. Mit dem Blick zum Kreuz und unter der rettenden Botschaft des Kreuzes wollen wir Glauben und Leben gestalten. Die leuchtende gelbe Figur stellt zudem Christus dar. Er ist unsere Mitte. Die vier weiteren Figuren in dunkelgelb, rot, grün und blau stehen für die vier Bereiche Beicha-Mochau, Döbeln, Jahnatal und Technitz-Ziegra.
Unser Name kurz erklärt
Wir sind „evangelisch-lutherisch“. Das ist unser evangelisches Profil und zeigt sich zum Beispiel in unserer Gottesdienstordnung. Wir nennen uns „Trinitatis“, weil bei allen Unterschieden und Besonderheiten uns der Glaube an den dreieinigen Gott vereint. In seinem Namen feiern wir Gottesdienst. Unter seinem Segen gestalten wir Kirche und Gemeinde. Unter ihm wollen wir eins sein. Wir leben und wirken in der „Döbelner Region“. Unser Gemeindegebiet ist groß. Dörfer und Stadt sind verbunden zu einer Gemeinde. Jeder Ort und jeder Kirchturm haben ihre Wichtigkeit und ihren Platz in unserer Gemeinde.

Familie Schulz in Südafrika

Das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen. (Johannes 1,5)

                                            

Rückblick auf 3 Jahre Melusi, Südafrika

Manchmal ist es kaum zu glauben, dass wir schon 3 Jahre hier in Südafrika leben. Schon viele Geburtstage haben wir hier gefeiert, viele Kurzzeitler haben wir in dieser Zeit in Melusi kennengelernt, es wird schon das 4. Weihnachten mit hochsommerlichen Temperaturen und so langsam muss man überlegen, was genau in welchem Jahr passiert ist.

Vor allem sind wir eins: DANKBAR für Gottes Führung, die wir so oft hautnah erleben dürfen. Gott ist gut und er hat uns durch viele Herausforderungen getragen. Wir haben uns auf den Weg gemacht, weil wir den Eindruck hatten, dass ist das was Gott von uns möchte. Wir kamen mit der Intention zu geben, zu dienen, “die Welt ein kleines Stück Besser zu machen”. Letztendlich haben wir hier aber so viel empfangen, konnten so viel wachsen in unserer Beziehung zu Gott. Wir sind Lernende und versuchen Gott voll und ganz zu vertrauen, ihn jeden Tag etwas besser zu verstehen. Gott ist Liebe, Gott ist unendlich gut - was nicht bedeutet, dass er alle Herausforderungen beiseite schiebt. Sind es doch diese, welche uns wachsen lassen und unser Vertrauen in Gott stärken. “Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.” (Psalm 46:10) Gott ist groß und wir seine Kinder, wir können uns abmühen alles aus eigener Kraft zu schaffen oder auf unseren himmlischen Vater vertrauen, der alles in der Hand hält und unsere Nöte kennt, bevor wir sie überhaupt aussprechen.

Wir sind sehr dankbar für die Gemeinschaft in der wir hier leben können, für eine gemeinsame Motivation, die uns alle antreibt, mögen wir noch so verschieden sein. Im September mussten wir leider uns leider von einem Ehepaar aus Sachsen verabschieden, welche 4 Jahre mit uns in Melusi verbracht haben. Das ist nicht einfach, denn ja wenn Jemand geht, hinterlässt das erstmal einen sozusagen weißen Fleck und auch das Team verändert sich dadurch immer wieder. Waren Sie doch sozusagen auch ein Stück “Heimat” für uns und Christian hat gern sein Sächsisch mit Ihnen zum Besten gegeben. Diese Teamveränderungen sind nicht einfach aber ein Teil vom Leben in Melusi. Dadurch, dass ja auch immer wieder neue Visas beantragt und hoffentlich auch genehmigt werden müssen, kommt eine zusätzliche Unsicherheitskomponente dazu mit der man letztlich einfach leben muss und wo wir um Gottes Führung und eingreifen beten. Unser Leben in Gemeinschaft lehrt uns immer wieder wie verschieden wir auf Grund unseres kulturellen Hintergrunds sind. In so vielen Dingen unterscheiden wir uns untereinander als Teammitglieder: was für uns als Deutsche total normal erscheint, ist es eben für Andere nicht. Angefangen von der Anrede des Gegenübers; über die Frage was ist respektvoll und was nicht; bis hin zu was wird direkt angesprochen und was sollte man indirekt aus Gesagtem herauslesen. Jeder ist verschieden, jeder hat einen anderen Hintergrund aber keiner ist besser oder schlechter als der Andere und letztlich eint uns, dass wir alle ein Ziel haben: Gott in unserem Leben die Ehre zu geben und ihm zu dienen.

Wenn man in ein anderes Land geht, kommt natürlich meist eine neue Sprache hinzu. Englisch ist sozusagen unsere Alltagssprache hier in Melusi und wir kommen damit gut zu recht. Dennoch bemerken wir immer wieder, dass es wohl unendlich viele Vokabeln gibt, die man als Nichtmuttersprachler wohl niemals alle im Kopf behalten kann - zumindest Kathi nicht :). Auch unsere Kinder lehren uns des Öfteren neue Redewendungen und Begriffe. Es ist für uns immer noch faszinierend, wie schnell und leicht Kinder eine andere Sprache lernen! Bei unserer Arbeit im Garten, auf Outreach, mit Residents und einfach anderen Menschen die zu Melusi kommen, werden wir zudem immer wieder mit Zulu konfrontiert. Nachdem wir Beide sozusagen einen Grundkurs absolviert haben, lernt Christian ab und zu mit einem Online-Zulu-Lehrer. Dadurch kann er sich schon wirklich gut verständigen und auch Verstehen, was für Anliegen sein Gegenüber hat. Kathi ist dabei noch etwas mehr herausgefordert.

Neben allem, was wir hier lernen und empfangen dürfen und der tiefen Überzeugung, dass dies der Platz ist, wo Gott uns als Familie jetzt haben möchte, ist die Distanz zu Familie und Freunden in Deutschland letztlich das größte Opfer, was wir alle bringen mussten. Gerade wenn man eigentlich gern ab und zu die Eltern praktisch unterstützen würde, Geburtstage und andere Gelegenheiten verpasst, ist es schwierig dies zu akzeptieren und diese Tatsache lässt sich auch nicht schön reden.

Bitte betet mit uns für:

  • das Melusi Team. Dass etwas Ruhe einkehrt und wenn Wechsel anstehen, dass diese gut verarbeitet werden. Dass  wir beide uns immer besser im Team vernetzen und die Lücken der anderen füllen. Dass wir einander sehen.
  • unsere Visa. Dass wir sie bald erhalten und positive Bescheide bekommen, auch für den Einspruch, den wir in Samuel´s Fall einreichen mussten.
  • unsere Beziehungen zur Familie in der Heimat. Dass wir trotz Entfernung “nah dran bleiben” und dafür auch kreative Wege finden. Gerade auch für unsere kleineren Kinder und ihre Großeltern.

Schnappschuss- Video

Ohne viel Erklärung und Kommentar haben wir euch hier ein Video reingepackt mit Schnappschüssen der letzten Wochen und Monate. Es dauert 2:30 Minuten. Klickt einfach auf das Bild:

                           

Licht in der Finsternis

Das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen. (Johannes 1,5)

Warst du schonmal im Keller - ohne Lampe?
Draußen auf der Straße - beim Stromausfall?

Jeder von uns hat sicher diese Erfahrung schon gemacht. Und die wenigsten werden es mit positiven Gefühlen oder Stimmungen oder Erfahrungen assoziieren. Wir können gar nicht anders…wir wollen es in der Dunkelheit nicht länger als nötig aushalten. Dunkelheit schön und gut, aber jetzt knips gefälligst die Lampe an. So schnell wie möglich.

Und wenn nicht? Wenn niemand das Licht anmacht? Wenn Du den Schalter nicht findest? Wenn Du suchst, und findest den Taster einfach nicht? Du tastest nach deinem Handy, um es als Leuchte  zu gebrauchen aber - Akku leer. Du rufst und keiner hört. Du wartest und denkst es muss doch mal Morgen werden. Aber der Morgen kommt nicht. Die Dunkelheit bleibt, und ergreift alles. Überschattet alles. Auch dich. Egal wie sehr du tastest, rufst oder wartest: es ist und bleibt Dunkelheit.

Wenn das nicht mal ein gruseliger und angstmachender Gedanke ist. Wer will schon solche Finsternis erleben? Genau: Keiner. Gott sei Dank bleibt es in seiner Schöpfung nie dunkel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter (weiterer) Tag. (1. Mose 1:13) Immer wieder kommt nach der Dunkelheit das Licht. So war das schon immer bei Gott. So wird es immer sein, bei Gott. Licht bedeutet auch Hoffnung. Ohne Antwort, ohne Schalter, ohne Handytaschenlampe bleibt es finster und hoffnungslos. Beängstigend.

Nun haben wir den Vers da oben aus  dem Johannesevangelium Kapitel 1, Vers 5. Und gleich klingt das irgendwie nach Advent und Weihnachten und das passt ja nun mal auch zur Zeit, in der ihr diesen Brief erhaltet. Der Vers spricht vom Licht, das in der Dunkelheit scheint. Ein Licht, das von der Finsternis nicht ausgelöscht, nie und nimmer überwältigt werden kann. Und dieses Licht - wer das ganze Kapitel liest wird das sehen - wird direkt für Jesus Christus verwendet.

Finsternis haben wir hier in Südafrika genug, auch wenn der staatliche Energiebetreiber seit einem halben Jahr verlässlich Strom liefert und aktuell niemand mehr im Dunkeln sitzen muss. Wir sprechen von einer anderen Art Dunkelheit. Dunkelheit in der Gesellschaft, in alten Ritualen und Bräuchen, Finsternis in Beziehungen jeder Art, eine extrem dunkle Vergangenheit mit Rassentrennung, Hass und Gewalt; finstere Aussichten wenn man sich so ein paar Statistiken ansieht oder einfach nur mit offenen Ohren und Augen durch den Alltag geht. Wer es sich leisten kann, zieht weg. Entweder ins englischsprachige Ausland oder wenigstens ans Kap nach Westen. Löcher in den Straßen. Wasser wird immer weniger und dreckiger. Die Gefängnisse quellen über. Polizei und Regierung usw. wird Korruption bescheinigt. Billige Drogen nehmen überhand und zerstören das soziale Gefüge. Einbruch und Diebstahl hören nie auf, weil immer jemand neue Drogen kaufen muss. Die Krankenhäuser wollen bei der Entgiftung nicht mehr helfen und schicken Heroin- Süchtige nach einem Tag “Entzug” wieder nach Hause. Letzte Woche wurde einer unserer Ex- Residents im Township erstochen. Sein Vater hatte ihm noch zugeredet, doch wieder zu Melusi zu gehen. Der Mörder von Siyamthanda (Passwort: Isizulu) wurde gefasst und sitzt im Knast. Leider musste davor ein weiteres Mädchen - im Fluss liegen gelassen - sterben. Frühreif sind leider die meisten, es kann nicht früh genug miteinander ins Bett gehen, ohne Trauschein sowieso, und ohne Verhütung auch. Dann wird die Schule geschmissen oder die Oma, Tante oder Uroma (der Teenager Mama) muss sich ums Baby kümmern. Der junge Vater übernimmt in der Regel nie Verantwortung. Er hatte ja seinen Spaß. Und das HIV Virus verbreitet sich fleißig weiter. Macht ja nix, der Staat gibt ja kostenlos Medikamente. Das alles soll nicht zynisch klingen aber wenn man so drüber nachdenkt: “Was soll denn das mal werden?”, “Wie soll das weiter gehen"?” und “Wie und was könnte man tun und ändern"?”. kommt man sehr sehr schnell an seine Grenzen. Die Finsternis ist da. Sie ist da und manchmal fühlt sie sich gewaltig schwer an. Da finden wir einfach den Lichtschalter nicht. Da suchen, tasten und fragen wir herum und finden keine Antwort.

Doch: Das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen. (Johannes 1,5) Jesus ist das Licht der Welt. Nicht die Dunkelheit löscht das Licht aus. Im Gegenteil: Das Licht wird die Dunkelheit überwinden und es wird keine Finsternis mehr sein. “Und die Stadt (das himmlische Jerusalem) bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie…” [Offenbarung 21,23]. Das ist doch unser Glaube und unsere feste Hoffnung. Wer mit Jesus lebt und von Jesus weitergibt und -erzählt, kämpft mit in diesem Kampf des Lichtes gegen die Dunkelheit. Eine neutrale Ecke, wo man weder “Fisch noch Fleisch “ ist, gibt es da nicht. Licht oder Dunkel, entscheide dich!

Jesus breitet durch Menschen sein Licht aus. Er zündet sie an, damit sie sein Licht weitergeben und andere anzünden. Wir wollen durch Jesus Licht sein und Licht bringen. Genau wie ihr. Jeder macht das auf seine Art, egal ob Teilzeit/Vollzeit, Deutschland, Nordkaukasus oder Afrika. Gott ruft jeden von uns auf einen gewissen Weg und diesem Ruf müssen wir treu sein und folgen.

Nur ein Beispiel aus Melusi. Im Melusi Bible Training (MBT) haben wir 2024 erstmals  3 Studenten Licht weitergegeben. Intensive Bestrahlung vormittags sozusagen. 4 Monate Bibelstudien mit professionellem Material, und auch jede Menge theologische Bücher zum Lesen. Nachmittags dann Einsatz, praktischer Dienst für ihren Herrn Jesus und an den Menschen im Township oder an unseren Residents, oder den Fußball- Jungs von Melusi United. Diese 3 brennen nun für Gott, sie leuchten regelrecht. Und ihr altes Umfeld bemerkt das sofort. Da ist jemand entzündet worden. Da ist jemand aus der Dunkelheit hinaus, ins Licht getreten und zündet permanent weitere Menschen an: mit Licht, Hoffnung, Liebe, Perspektive, Ewigkeit, Zufriedenheit, Heilung und Versöhnung.  “So sind wir nun Botschafter für Christus, und es ist Gott, der durch uns mahnt. Wir bitten im Auftrag von Christus: "Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!" "(2. Korinther 5,20). Diese 3 werden Hunderte erreichen. Und die Bewerbungszeit läuft bereits für die nächste Runde MBT.

Ihr Lieben: Gott ruft jeden von uns auf einen gewissen Weg und diesem Ruf müssen wir treu sein und folgen. Mission findet überall und immer statt. Mission kann überall und immer stattfinden. Wir brauchen immer wieder Ermutigung, um weiterzumachen. Ermutigung braucht jeder von uns, auch Du. Gib nicht auf. Niemals wird die Dunkelheit das Licht, das Jesus dir gab, auslöschen oder überwinden können, denn

“…alle Mächte der Hölle können ihr - der Gemeinde - nichts anhaben”. (Matthäus 16,18)

Amen.

Bitte betet mit uns für:

  • Fackelträger. Dass wir durch Melusi Menschen erreichen und anzünden, die das Licht nicht nur annehmen und für sich behalten, sondern es weitergeben, es vervielfachen. Dass diese Menschen den Mut bekommen, Licht zu sein. Da wo sie herkommen. Jeder Einzelne hat es verdient, von Jesus zu hören und das Evangelium einmal im Leben wirklich zu begreifen.
  • neue Kraft. Das Jahr war turbulent und kräftezehrend. Schmerzhafte Abschiede und neue Arbeitsbereiche mit mehr Verantwortung prägen den Rückblick. Wir bitten den “Herrn des Sabbats” um etwas Ruhe und Regeneration.
  • “Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Wesen von Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen.” (Epheser 6,12)

 

Glaubenszeugnis Marvin

Wir haben Marvin´s Text nach bestem Können ins Deutsche übersetzt. Er kam zunächst als Resident zu uns, mittlerweile ist er sein fast 1,5 Jahren Langzeit- Mitarbeiter in unserem Team.

Zum Dienst berufen, von: Marvin R. du Plessis

Als ich auf einer kleinen Schotterstraße fuhr, die zum Tor einer Missionsstation in einem Township Schulzendal in der Provinz Mpumalanga, Südafrika, führte, hörte ich zum ersten Mal den Ruf Gottes. Es war September 2015 und so klar wie der Tag hörte ich die Stimme des Geistes Gottes sagen: „Willkommen zu Hause“. In den nächsten drei Jahren arbeitete ich als Volontär in dieser Missionsstation und mir wurde langsam klar, dass der Ruf, der mich „zu Hause“ willkommen hieß, nicht an einen Ort, sondern an einen Zweck gerichtet war; und der Zweck war, Gott und Gottes Volk zu dienen.

Zwischen 2018 und 2019 machte ich emotional eine schwere Zeit durch, weil der Ruf zum Dienst abrupt stoppte und es sich anfühlte, als würde ich nie wieder in der Mission dienen. Ich hatte wirklich Probleme mit der Vorstellung, mich wieder in die Gesellschaft zu integrieren; und es erwies sich als schwierig, Arbeit zu finden. Als genesender Süchtiger, der jahrelang clean war, fand ich mich schnell an vertrauten Orten, mit vertrauten Gesichtern wieder, was zu einem fast tödlichen Drogenrückfall führte. Dieser Rückfall veranlasste mich, weltliche Dinge erneut beiseite zu legen, und ich verfolgte die Idee, der Jugend durch ein Coaching-Programm zu helfen, das ich auf der Grundlage biblischer Wahrheiten entwickelt hatte. Im Laufe des Jahres 2019 entwickelte und implementierte ich das Programm. Der Ruf Gottes, in der Mission zu dienen, blieb jedoch stark in mir und ich fand nie wirklich Freude am Life Coaching.

Im Februar 2020 beschloss ich schließlich, dass ich an einen Ort gelangen musste, an dem ich einfach still sein, beten und an diesem depressiven Zustand arbeiten konnte, in dem ich mich befand. Zu dieser Zeit war ich wieder dem Drogenmissbrauch und dem Trinken verfallen, und Traurigkeit durchdrang mein ganzes Wesen. Ich wurde auf die Melusi Christian Community aufmerksam gemacht und machte mich auf den Weg nach Dundee, Südafrika. Das Werk Gottes begann sofort. An meinem zweiten Abend in Melusi am 25. Februar 2020 sprach Gott in einem Traum zu mir und sagte: „Ich habe dich abgesondert ... Ich habe dich für den heiligen Gebrauch geheiligt ...“ Ich wusste sofort, dass Gott mich nach Dundee gerufen hatte, aber ich wehrte mich gegen den Gedanken. Der bittere Beigeschmack aus 2018, als ich das Missionsfeld verlassen musste, war zu stark und hat mich hin- und hergerissen. Ungefähr ein Jahr später wurde Gottes Ruf, in Dundee zu dienen, in mir verankert und kam durch die folgende Bibelstelle:

Jeremia 29

4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:
5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte;
7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.
11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.
12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören.
13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
14 so will ich mich von euch finden lassen

Der Ruf Gottes war klar:
„Bleib in Dundee. Diene in der Melusi Christian Community.“

Ich kämpfte mit dem Gedanken, wieder zu dienen. Neben diesem Ringen mit Gott, wieder in der Mission zu dienen, hatte ich mich in diesem Jahr zweimal mit dem Coronavirus COVID-19 infiziert, was mit Angstzuständen und Depressionen einherging. Anfang 2022 gab ich meinen Job auf und war wegen verschiedener Lungeninfektionen, alles Überbleibsel des COVID-19-Virus, immer wieder im Krankenhaus. Schließlich verließ ich im Juli 2022 Dundee und ging nach Johannesburg, krank, deprimiert und ziellos, und wollte nur in der Nähe meiner Familie sein. Ich landete im Krankenhaus, nachdem ich eine manisch-depressive Episode erlitten hatte, die zu Drogenkonsum und Selbstmordgedanken führte. Ich schaffte es, ins örtliche Krankenhaus zu gelangen und bat um Hilfe. Dort wurde festgestellt, dass ich eine schwere Virusinfektion in der Lunge und eine bakterielle Infektion im Blut hatte. Ich wurde 15 Tage lang wegen dieser Infektionen behandelt, aber das Schlimmste war, dass bei mir nach sorgfältiger Untersuchung und Tests eine bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung) diagnostiziert wurde. Diese Diagnose erschütterte mich zutiefst.

Ich machte mich auf den Weg zurück nach Dundee, zurück nach Melusi, und betete zu Gott und sagte: „Ich übergebe dir mein Leben, Herr. Bisher habe ich meinen Willen für mein Leben gelebt und du warst die ganze Zeit bei mir. Ich bin jetzt 39 Jahre alt und habe so viel erlebt, danke! Aber jetzt, Herr, gebe ich dir mein Leben zurück. Nicht mehr mein Wille, sondern dein Wille für mein Leben ist das, was ich wähle.“

Heute lebe ich in Melusi und diene Gott und Gottes Volk seit Januar 2023 und ich bin so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben. Gott hat mich dazu berufen, im Glauben zu leben, und es gibt keine größere Freude als das.

                                                

Bitte betet mit uns für Marvin:

  • um eine starke Bindung zu seiner Familie. Marvin hat einen 12 - jährigen Sohn, der in Johannesburg mit Mutter und Stiefvater lebt. Aktuell in den Ferien besucht Eli uns hier in Melusi und das ist großartig für die Vater-Sohn Beziehung. Auch sonst sind sie täglich auf WhatsApp am sprechen und machen Mathe- Hausaufgaben. Wir beten, dass diese Bindung stark bleibt und zunimmt. Seit 2023 hat sich Marvin´s Verhältnis zur Mutter, Schwestern und auch zu Eli´s Mutter usw. massiv verbessert. Er wünscht sich jedoch mehr Verständnis für seinen Weg und Unterstützung durch seine Familie.
  • um Kraft und Fokus. Nach dem Weggang eines deutschen Ehepaares im September, ist Marvin nun Hauptverantwortlicher für das Arbeitsprogramm mit unseren Männern. Er hat ein super Händchen und kann sich wegen seiner eigenen Geschichte gut hineinversetzen in unsere Residents. Manchmal wird es zu viel und bringt ihn an seine Grenzen. Möge Gott ihm immer wieder Geduld und Kraft schenken.
  • um Gesundheit: Wir beten, dass der Herr Jesus Marvin für immer von jeder Versuchung bewahren wird, wieder zu Drogen zu greifen. Dass ER ihm Stabilität schenkt und seinen Glauben so sehr festigt, dass Marvin nie wieder “schwach wird”. Auch beten wir, dass die manisch-depressive Erkrankung durch die Medikamente stets in Schach gehalten werden kann und so Gott will ganz verschwindet. IHM sind alle Dinge möglich.

 

Danke für jedes Gebet für Marvin. Wir sind sehr sehr froh, ihn bei uns haben zu dürfen. Und für unsere Kinder ist er sowas wir ein “Ersatz- Onkel” hier vor Ort. Apropos Kinder…..

Kinderecke

                                            

Jona

Jona hat sein Schuljahr aufgrund seines Homeschoolings schon etwas eher beendet als seine Geschwister und befindet sich schon voll im Ferienmodus. Als Familie werden wir bis kurz vor Weihnachten für 2 Wochen in den Urlaub fahren und freuen uns sehr auf eine Zeit der Ruhe und Erholung.
Jona genießt es nach wie vor Tennis zu spielen und damit Freunde zu treffen. Außerdem hat er jetzt in seiner Schule 2 Jungs mit denen er sich immer mehr anfreundet. Damit sind wir dankbar - Gott hört und sorgt für unsere Kinder. Und seinen roten Karategürtel hat er kurz vor diesem Rundbrief erhalten.   

                               

Samuel

Samuel ist immer noch sehr aktiv mit seinem Rubiks Cube (Zauberwürfel). Wir als Eltern haben wohl etwas den Überblick verloren, wie viele verschiedene er bisher hat ganz zu schweigen davon, wie man diese alle löst. Im Oktober durfte er mit seinem Freund an einem Würfel-Wettbewerb in Johannesburg teilnehmen - eines seiner Highlights in den letzten Monaten, das er in vollen Zügen genossen hat. Beim 3x3x3 Würfel ist er 25. geworden und er übt täglich weiter…

 

 

                                          

Jamina

Vor ein paar Wochen haben wir eine Löwenstation besucht mit kleinen Löwenbabys. Das war für unsere Kinder natürlich etwas ganz Besonderes.
Letzte Woche haben die Kinder der 1.-3. Klasse eine Art Krippenspiel aufgeführt. Wunderschön inszeniert, mit herrlicher Kulisse und Kostümen. Es wurde die Weihnachtsgeschichte aufgeführt und viele Lieder gesungen. Da sitzen wir gut 10.000 km entfernt von unserer Heimat und es wird “Stille Nacht, heilige Nacht” und “Kling Glöckchen klingelingeling” auf deutsch gesungen. Gott ist gut und sorgt für uns auch durch diese kleinen Dinge - die uns und unseren Herzen gut tun. Jamina durfte übrigens als Engel geschmückt mit Lametta erstrahlen.

                                         

Benjamin

Benjamin ist sehr glücklich, dass er nun seinen letzten Tag in der Vorschule hatte und ab nächsten Januar mit Samuel und Jamina in die große Schule gehen darf. Er absolviert dann das verpflichtende Vorschuljahr und darf sich glücklich schätzen, dass er seinen besten Kindergartenfreund Ulithemba in seiner Klasse haben wird, sowie einige andere “Kumpels” die er schon kennt. Freude hat er momentan am Schwimmunterricht, zu dem er jetzt einmal in der Woche geht.

Bitte betet mit uns für unsere Kinder, dass sie Gott als ihren himmlischen Vater Tag für Tag erleben können und wissen, dass er sie immer hört und sieht mit ihren Freuden und auch mit ihren Sorgen.

Unser Dienst wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
Spendenkonto: WEC International / Volksbank Frankfurt
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